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Süd-Zypern (mit ganz Nicosia)

07.11.2018 - 15.11.2018

Dauer: 9 Tage, mit Flugzeug/Bus

Leitung: Dr. Jochen Schröder

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.945,- €

EZ-Zuschlag 235,- €

(inkl. Eintritte und ÖPNV-Fahrten)

Die Insel der Aphrodite, wie man später wusste, war vor rund 12.000 Jahren von Menschen besiedelt, die anscheinend Emmer, Katze, Schaf und Damwild mitgebracht hatten und runde Häuser bevorzugten. Ihre Idole– von den zeitgleichen kykladischen markant verschieden – und ihre Kupferminen gehören zu den frühen Zeugnissen menschlicher Hochkultur. Der strategische Wert von (zinkhaltigem) Hartkupfer sicherte den Reichtum der so günstig zu zwei Mittelmeerküsten gelegenen Insel – kein Wunder, dass im 1. Jahrtausend v.Chr. alle Großmächte sich als äußerst engagiert in den Grabungsbefunden abzeichnen; Paphos im Westen und Salamis im Osten blieben dabei die konkurrierenden Hauptstädte.

So mogelte man sich durch den Hellenismus und brachte mit dem Juden Barnabas einen christlichen Missionar erster Stunde hervor – noch vor Paulus soll er in seiner Heimat dafür getötet worden sein, wie die zypriotische Überlieferung besagt. Dies alles wird in den Grabungen und archäologischen Museen anschaulich, deren letzter Höhepunkt gewiss mit den weltberühmten Mosaiken von Paphos erreicht ist.

Im frühen Mittelalter von Konstantinopel gegen die arabischen Überfälle meist gehalten, fiel Zypern in der Kreuzfahrerzeitüberraschend dem Eroberer Richard Löwenherz zu und stellte sich als halbwegs stabiles Exil-Jerusalem heraus – das Haus Lusignan herrschte hier bis ins späte 15. Jh., als die Venezianer das Reich liquidierten. Die osmanische Eroberung im Lepanto-Jahr 1571 („Ihr habt uns den Bart ausgerauft; aber wir haben Euch einen Arm abgeschlagen!“) legte die Geschichte für 300 Jahre fest, in denen immerhin die Türken u.a. die Kartoffel nach Zypern brachten und die christliche Parallelgesellschaft duldeten. Ein Sonderfall – man liest erstaunt, dass noch Herzog Rohan erwog, die Insel für seine Hugenotten anzukaufen! 1878 per Geheimvertrag an die britischen Inselsammler abgetreten, blieb Zypern de facto britisch bis zur Unabhängigkeit 1960 und der missratenen Enosis-Politik des Erzbischofs Makarios. Die Teilung der Insel durch die türkische Invasion im Krisenjahr 1974 hat bis heute Bestand, nachdem im Zusammenhang des EU-Beitritts der Wiedervereinigungsplan von Kofi Annan im Süden (!) per Referendum abgelehnt wurde. Doch gibt es in Nikosia heute für Touristen die Möglichkeit des kleinen Grenzübertritts mit Tagesvisum, die wir auch nutzen werden. So viel Geschichte!

Bitte beachten Sie, dass wir für die Besichtigung von Ausgrabungen festes Schuhwerk benötigen, ferner für den Grenzübertritt in Nikosia pro Person einen gültigen Reisepass.

 

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten):

Mi 7.11.
Flug Hamburg – Larnaka (via München); Transfer zum Hotel (3 Nächte in 4-Sterne-Haus am Stadtrandstrand).

Do 8.11.
Larnaka mit Lazaruskirche und Sammlung Pierides; nachmittags Ausflug zum Salzsee mit Hala-Sultan-Tekke (Moschee) und der ‚Engelskirche‘ in Kiti.

Fr 9.11.
Tagesausflug über Pera Chorio nach Nikosia (Besichtigung beider Stadthälften).

Sa 10.11.
Weiterfahrt über erneut Nikosia (Zypernmuseum), Peristerona und Asinou nach Casale Panayiotis; Hotelbezug (2 Nächte in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

So 11.11.
Klosterkirche Panayiotis, kleine Wanderung (2,5 km) zur Kirche Panagia tou Moutoulla; nachmittags Ausfahrt zum zypriotischen Olymp (1.952 m).

Mo 12.11.
Weiterfahrt über Vouni und Agios Georgios nach Paphos; Hotelbezug (2 Nächte in 4-Sterne-Haus in der Coral Bay).

Di 13.11.
Paphos: Ktima, Nea Paphos und Königsgräber.

Mi 14.11.
Weiterfahrt über Kouklia (Palaia Paphos), Kourion und die Kreuzfahrerfestung Kolossi nach Larnaka; Hotelbezug (1 Nacht in 4-Sterne-Hotel am Stadtrandstrand).

Do 15.11.
Programm in Larnaka oder Umgebung je nach Flugzeit; Rückflug nach Hamburg (via Wien).

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Nicosia
Foto: Günter W. Hartmann
Nicosia
Foto: Günter W. Hartmann