Armenien - Bergland zwischen den Großmächten
Dauer: 11 Tage, mit Flugzeug/Bus
Leitung: Dr. Jochen Schröder
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 2.353,-€
EZ-Zuschlag 290,-€
(inkl. Eintritte und Seilbahnfahrt)
Dass es selbst eine Großmacht war, in deren Hauptstadt sich der Mörder des Assyrerkönigs Sanherib geflüchtet hat, wie wir zufällig aus der Bibel erfahren – das ist freilich lange her. Aufgrund seines Reichtums an den gefragten Exportartikeln Obsidian und Kupfer war damals das Land auf Augenhöhe mit Assyrern und Hethitern: das Reich der Urartäer. Später sehen wir das nun so genannte Armenien zwischen den Großen der Geschichte oft unglücklich eingezwängt: zwischen Seleukiden und Persern, zwischen Römern und Parthern, zwischen Byzanz und den arabischen Abbasiden, zwischen Seleukiden, Georgiern und Mongolen, zwischen Osmanen und Persern und zuletzt zwischen Türken und Russen. Die armenische Identität ist auch infolgedessen sehr stark durch ihre Kirchengeschichte geprägt: Als erster christianisierter Staat (wohl 314 durch Tridates II. und Gregor Photistes) erhielt das Land jene wunderbare, vom Mönch Mesrop Jahrhunderte vor dem Kyrillischen für die armenische Sprache entwickelte Schrift. Auch die Ablehnung des Konzils von Chalcedon (451) stärkte das Eigenbewusstsein der nun in eigenen Synoden profilierten, tendenziell monophysitischen Kirche Armeniens.
Wunderbare Codices und eine ganz und gar erstaunliche Baukunstsind in dieser Zeit entstanden, die ihresgleichen auf der Welt nur noch im benachbarten Georgien hat: Aus dem roten Stein des Landes wurden Kirchen errichtet, die technisch der mittelbyzantinischen Backsteinarchitektur weit überlegen und in einer ganz eigenen Tradition des steinernen Flachreliefs ornamentiert sind. Bis ins Hochmittelalter ist diese Baukunst aus eigenem Formreichtum weitergeführt worden. Aus dieser Zeit ist auch ein umfassender und faszinierender Bestand an Handschriften erhalten. Nachdem die seldschukischen Eroberungen nach der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 Armenien von Byzanz abgeschnitten hatten, sind ihre Miniaturen vielfach von der muslimischen Ornamentik beeinflusst. Im Matenadaran, dem Handschriftenmuseum von Eriwan, sind die schönsten Exemplare zu bewundern.
Das heutige Armenien wurde im Zuge der Kriege zwischen dem zaristischen Russland, Persien und dem osmanischen Reich im 19. Jh. ohne nationale Selbständigkeit formiert. Der Berliner Vertrag von 1878, mit dem Bismarck sich als „ehrlicher Makler“ profilierte, zog die Grenze zwischen der westlichen Provinz um Ararat und Wan-See und der östlichen um Aragaz und Sewan-See. Im türkischen Teil wurden 1915 die Armenier als illoyale Volksgruppe massakriert („Le question arménienne n’existe plus“); der russische Teil wurde 1921 Sowjetrepublik und galt, im Prinzip, als der Winkel hinter dem Mond. Seit 1991 ist die Republik Armenien selbständiger Staat mit Hauptstadt Eriwan (heute meist: Jerewan). Hier in ‚Staatsarmenien’ werden wir der Geschichte und den Kunstwerken des uralten Kulturraumes nachgehen und nicht weniger die traumhafte Natur des Landes genießen. In Etschmiadsin, das sich der ältesten christlichen Kathedrale der Welt rühmt, ist Gelegenheit zur Teilnahme an der orthodoxen Gottesdienstfeier, die auch von der Fluktuation der Gläubigen lebt und nicht wie gewohnt vom Introitus bis zum Segen besucht sein will. Weitere Begegnungen (z.B. Mittagspausen in familiärem Ambiente), moderiert von unserer mehrsprachigen Reisebegleiterin, sind vorgesehen.
HIERZU AUGENREISE AM 22.1. UND SEMINAR AB 27.10.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Sa 23.4.
Abendflug Hamburg – Jerewan (via Warschau; voraussichtliche Ankunftszeit: 2.05 Uhr, d.h. 4.05 Uhr Ortszeit); Hotelbezug (4 Nächte in zentralem 4-Sterne-Haus).
So 24.4.
Vormittag zum Ausschlafen, spätes Frühstück; Resttagesausflug nach Etschmiadsin: Kathedrale (Möglichkeit zur Gottesdienstanteilnahme), Surb Hripsimé und Surb Gajané; Rückfahrt über Swartnoz nach Jerewan.
Mo 25.4.
Besuch des Handschriftenmuseums Matenadaran in Jerewan; nachmittags Halbtagsausflug zum hellenistischen Tempel von Garni und zum Kloster Geghard.
Di 26.4.
Besuch des Archäologischen Museums mit Gemäldegalerie sowie Stadtrundfahrt in Jerewan und zur Genozidgedenkstätte Tsitsernakaberd.
Mi 27.4.
Weiterfahrt über Chor Virap, Areni und Kloster Norawank nach Goris (2 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus).
Do 28.4.
Tagesausflug im Süden zum Kloster Tatew (Kabinenseilbahnfahrt) und je nach Wetter zum Höhlendorf Chendzoresk (z.T. Fußwanderung).
Fr 29.4.
Weiterfahrt zum Sewan-See über Kloster Gndewank und Noratus (1 Nacht in 3-Sterne-Haus am See).
Sa 30.4.
Besichtigung auf der Halbinsel Sewan, Weiterfahrt über Dilidschan und Kloster Goschawank nach Alawerdi (2 Nächte in 4-Sterne-Haus außerhalb).
So 1.5.
Tagesausflug zu den Klöstern Sanahin und Haghpat auf der Hochebene der Provinz Lori mit Fahrt durch die dazwischenliegende Schlucht des Debed.
Mo 2.5.
Weiterfahrt nach Aparan und die Festung Amberd (auf 2.300 m am Aragaz), Kloster Saghmosawank und Karmravor nach Jerewan (1 Übernachtung in zentralem 4-Sterne-Haus).
Di 3.5.
Sehr frühmorgendlicher Transfer zum Flughafen (Abflugzeit voraussichtlich 4.50 Uhr), Rückflug nach Hamburg (via Warschau).
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