Am Frischen Haff und im westlichen Masuren
Dauer: 8 Tage, mit Flugzeug/Bus
Leitung: Dr. Jochen Schröder
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.596,-€
EZ-Zuschlag 152,-€
(inkl. Eintritte)
Das westliche Masuren – das Land zwischen dem Frischen Haff im Norden, dem Unterlauf der Weichsel und der Nogat im Westen und der Alle im Osten – bietet neben seiner wunderschönen Landschaft ein reiches Erbe vor allem aus der Zeit des Deutschen Ordens. Die prachtvolle, nun auch in ihren kriegszerstörten Ostpartien sukzessive rekonstruierte Marienburg ist mit ihrem Museum und dem Hochmeisterpalast des Mittelschlosses ebenso reichhaltig wie das Schloss in Heilsberg, das dem Bischof von Ermland gehörte und daher in preußischer Zeit als einziges seinen inneren Kreuzgang behielt, während alles sonst stumpfsinnig zu Kasernen egalisiert wurde – meist unter dem Alten Fritz, dem ja die Ordensburgen ebenso „elendes Zeux“ waren wie die mittelhochdeutsche Dichtung. Dennoch sind auch die Schlösser von Mohrungen, Graudenz oder Marienwerder mit dem monumentalen Danzker immer noch beeindruckend; im letzteren begegnet man übrigens noch heute der Jagdmanie Wilhelms II., der hier Serien von Zehn- und Zwölfendern im Schlossbau aufhängen ließ. Die großen Städte an der Weichsel opponierten schließlich erfolgreich gegen den Orden, wie Danzig und Thorn, kleinere wie Elbing oder Graudenz beherrschten sich und ließen sich beherrschen; und überall finden sich noch die spätmittelalterlichen Prägungen. Stolze Backsteinkirchen des 14. und 15. Jhs., aber auch Bürgerbauten, Spitäler und Rathäuser, die mit den Ordensburgen wetteifern, machen diese Städte aus. Überragend ist die Qualität der spätgotischen Skulptur, nachdem im 14. Jh. die Ersatztechniken von Stuck und Kunststein im Backsteinland noch eher mäßige Leistungen gezeitigt hatten. In Frauenburg am Haff war Nikolaus Copernicus Domherr und wurde der einzige große Astronom, der beinahe eine Vorliebe für den Ostseenebel entwickelte; später prägte dieses Domkapitel durch sein Festhalten am römischen Glauben dem ganzen Ermland einen speziellen Charakter auf, katholischer und auch polnischer als das ostpreußische Umland.
Unser Standquartier ist auf dieser Fahrt das Hotel im Schlossbau von Cadinen, wo schon Kaiser Wilhelm der Letzte fein logierte und wo damals die Majolikakacheln für den Alten Elbtunnel produziert wurden, westlich von Tolkemit und nur 2 km vom Frischen Haff sehr im Grünen gelegen.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Mi 8.6.
Flug Hamburg – Warschau; Bustransfer (je nach Flugzeiten mit Besichtigungsprogramm) nach Kadyny (Kadinen), Hotelbezug (5 Nächte in 3-Sterne-Haus im Gutshof Kadyny).
Do 9.6.
Ausflug nach Tolkmicko (Tolkemit), Frombork (Frauenburg) und Braniewo (Braunsberg).
Fr 10.6.
Tagesausflug nach Elbląg (Elbing), Tczew (Dirschau) und Malbork (Marienburg).
Sa 11.6.
Tagesausflug nach Morąg (Mohrungen), Olsztyn (Allenstein), Nowe Miasto Lubawskie (Neumark) und Szymbark (Schönberg).
So 12.6.
Ausflug nach Pienięźno (Mehlsack), Lidzbark Warmiński (Heilsberg), Kiwity (Kiwitten) und Bartoszyce (Bartenstein).
Mo 13.6.
Weiterfahrt über Kwidzyn (Marienwerder) und Grudziądz (Graudenz) nach Toruń(Thorn); Hotelbezug (2 Nächte in zentrumsnahem 4-Sterne-Haus).
Di 14.6.
Stadtbesichtigung Toruńmit Johanneskirche, Rathaus und Museum.
Mi 15.6.
Programm in Toruńje nach Flugzeiten; Transfer nach Warschau und Rückflug nach Hamburg.
kunstforum matthäus