Studienfahrt

Burgund im Herbst. Von Wein und Mittelalter

11.10.2016 bis 19.10.2016

Dauer: 9 Tage, mit Bus

Leitung: Dr. Jochen Schröder

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.395,-€

EZ-Zuschlag 248,-€

(inkl. Eintritte)

Die heutige Bourgogne, die sich aus sehr unterschiedlichen Grafschaften, Bischofsherrschaften und herzoglichen Besitzungen der Feudalzeit konstituiert, war im ganzen Mittelalter eine der führenden Kunstlandschaften Europas – vorweg als ‚Schmelztiegel der Romanik‘. Die erst von Cluny und später von Cîteaux ausgehenden Impulse sind heute noch in der grandiosen Architektur und ebenso in wundervoller Bauskulptur fassbar: Die herrlichen Tympanonreliefs machen staunen wie die großzügigen Kapitellserien. Es war ja damals Burgund auch das Land bedeutender Wallfahrten zu den Gräbern der Maria Magdalena in Vézelay, ihres Bruders Lazarus in Autun oder des urchristlichen Märtyrerbischofs Benignus in Dijon. Dass sich dort im 13. Jh. ein eigener Maßwerkstil entwickelte, sehen wir in Auxonne oder Dijon – zu Unrecht später vergessen zwischen noch glänzenderen Epochen.

Denn im Herbst des Mittelalters war das Land (freilich zweigeteilt und im Stammland nicht ganz so glanzvoll wie in den reichen Tuchprovinzen der niederen Lande) als reichstes Herzogtum der Welt der Schauplatz eines Hofes – prächtiger als jene in London, Paris, Prag und Toledo: burgundische Mode, Küche und Keller, Heraldik und Ritterorden wurden vorbildlich, Claus Sluter, Rogier van der Weyden und ihre Nachfolger schufen für diesen Hof ihre Meisterwerke und läuteten damit eine neue Kunstepoche ein. Vor allem in Dijon und Beaune, aber auch im Provinzmuseum in Autun finden sich die Werke dieser Zeit – Wein gab ich für Kunst, wie man hier sagen könnte.

Die Renaissance kam in der Zeit des Henri II. durch Italiener hierher, die das bemerkenswerte Château d’Ancy-le-Franc für den Bruder der königlichen Maitresse Diane de Poitiers entwarfen und ausstatteten, so dass die erste Schule von Fontainebleau nun auch nach Südosten weit ausgriff; in Montreal findet sich ein besonders schönes der raren Renaissance-Chorgestühle. Doch haben sich auch Bauten aus der Römerzeit erhalten, auch ein weniges aus dem Frühmittelalter, wie in Autun und in Flavigny, wo sie noch heute nach einem Rezept aus der Karolingerzeit Anispastillen backen und verhandeln. Und auch der Moderne begegnen wir im Provinzialmuseum von Dijon, dessen Sammlung mit bemerkenswerten Stücken aus dem französischen Postimpressionismus aufwarten kann. Damit zwischen all der Kunst auch der Burgunder nicht vergessen wird, logieren wir in der weingeschwängerten Luft bei Beaune, wo die ganze Ebene mit Weinstöcken besetzt ist und die Grands Crus die Hänge hinaufhangeln.

HIERZU SEMINARE AB 13.1./14.1. SOWIE AB 22.2.


PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

Di 11.10.
Busfahrt von Hamburg über Fulda (mit Besichtigungen) nach Emmendingen; Hotelbezug (1 Nacht in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

Mi 12.10.
Weiterfahrt über Auxonne und Cîteaux nach Beaune; Hotelbezug (6 Nächte in 3-Sterne-Haus am Stadtrand).

Do 13.10.
Die Vorromanik und die cluniazensische Idee: Paray-le-Monial, Tournus, Cluny.

Fr 14.10.
Zum Tal des Armançon: Ancy-le-Franc, Fontenay, Flavigny, Saint-Seine-l’Abbaye.

Sa 15.10.
Höhepunkte der Romanik: Curgy, Autun und Saulieu.

So 16.10.
Die Herzogsstadt: Dijon mit der Kartause in Champmol, Saint-Benigne und dem Musée des beaux-arts.

Mo 17.10.
Pilger und Kreuzfahrer: Vezélay, Avallon und Montreal.

Di 18.10.
Das Hospital von Beaune; Rückfahrt bis Emmendingen; Hotelbezug (1 Nacht in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

Mi 19.10.
Rückfahrt über Heidelberg (mit Besichtigungen) nach Hamburg.

Paray-le-Monial
Foto: J. Schröder
Paray-le-Monial
Foto: J. Schröder