Studienfahrt

Normandie: Kathedralen, Museen und Hafenstädte in Frankreichs Norden

08.05.2012 bis 17.05.2012

Dauer: 10 Tage, mit Bus

Leitung: Dr. Andreas Cante

Preis p.P. im DZ (Ü/HP)1.686,- €; EZ-Zuschlag 349,- €

(inkl. Eintritte)

In der Region südlich des Ärmelkanals verbinden sich landschaftliche Schönheit– saftig-grünes Hügelland ebenso wie wild-romantische Steilküsten – mit einer Fülle eindrucksvollster Bau- und Kunstwerke und historischer Stätten zu unvergesslichen Eindrücken. Nachdem es dem normannischen Herzog Wilhelm 1066 gelungen war, England zu erobern, wurde die Normandie im weiteren Verlauf des Mittelalters immer wieder zum Spannungsfeld englischer und französischer Interessengegensätze, gipfelnd im Hundertjährigen Krieg des 14./15. Jhs. Alle Stadien der Entwicklung sind in eindrucksvollen Monumenten nachvollziehbar. An Wilhelm den Eroberererinnern Reste seiner Burg in Caen, vor allem aber der einzigartige Teppich von Bayeux, die wichtigste Bildquelle zur Kultur der Normannen („Wikinger“). Wilhelms Grabeskirche, die Église St-Etienne in Caen, eröffnet nicht nur die eindrucksvolle Reihe normannischer Monumentalbauten des Hochmittelalters, sondern lieferte mit ihrer mächtigen Doppelturmfront zugleich das Urbild eines zentralen Motivs europäischer Kathedralarchitektur. Im 12. und 13. Jh. vermochte sich die normannische Baukunstneben derjenigen der Île-de-France selbstbewusst zu behaupten. Die Kathedralen in Bayeux und Rouen, die Abtei in Jumieges, um nur drei der Hauptwerke zu nennen, legen davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Berühmter als all diese Bauten ist indes der Mont-Saint-Michel, jene einzigartige Klosterburg auf steilem, ins Wattenmeer vorgeschobenem Felsenberg – das einzige Fleckchen normannischer Erde, das die französischen Könige im Hundertjährigen Krieg gegen England zu behaupten vermochten und deshalb ein nationalhistorisches Symbol ersten Ranges. Das von den Engländern beherrschte Rouen war dagegen Ort des Prozesses und der Verbrennung Jeanne d’Arcs, der „Jungfrau von Orléans“. Vom Reichtum dieser bedeutenden Handelsstadt künden bis heute meisterliche Profanbauten, Grabmäler und kirchliche Inventarstücke der Renaissance, etwa die Türen von St-Maclou. Ein neues Kapitel der Geschichte wurde aufgeschlagen, als französische Seefahrer von den Häfen der Normandie bis nach Kanada vordrangen und die Gewässer vor Neufundland zu Fanggründen normannischer Hochseefischer wurden. Hafenstädtewie Dieppe, Fécamp und Honfleur blühten damals auf, bevor sie im 19. Jh. zu Seebädern wurden. Als solche waren sie nicht nur Anziehungspunkte für Erholung suchende Bürger, sondern auch für zahllose Künstler. Zu den beliebtesten Motiven der Maler gehörte das Felsentor von Étretat, doch auch Meereswogen, Segel- und Dampfschiffe sowie Hafenansichten wurden gerne gemalt. Letztere waren eine Spezialität von Eugène Boudin, einem der unmittelbaren Wegbereiter des Impressionismus, dem in Honfleur ein Museum gewidmet ist. Doch auch Claude Monethat die Normandie wiederholt aufgesucht und etwa die Fassade der Kathedrale von Rouen in allen nur erdenklichen athmosphäischen Stimmungen wiedergegeben. Ganz im Süden der Region, in Givernyan der Seine, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, entstanden die berühmten Seerosenbilder. Nachdem die normannische Küste als erbittert umkämpfte Landungszone der Alliierten noch einmal in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten war, ist sie inzwischen längst wieder viel besuchte Erholungsregion. Der Termin unserer Studienfahrt in der Vorsaison sucht dem Rechnung zu tragen.

Last but not least sei darauf hingewiesen, dass die Fahrt auch Gelegenheit zur Begegnung mit einigen in Deutschland viel zu wenig bekannten Museen bietet, darunter – neben den Kunstmuseen in Rouen und Caen – auf der Rückfahrt auch das Musée des Beaux-Arts in Lille, das mit Meisterwerken von Donatello, Rubens, van Dyck, Delacroix, Courbet und Manet in die erste Reihe französischer Sammlungen außerhalb der Hauptstadt Paris gehört.

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

Di 8.5.
Busfahrt von Hamburg über Eindhoven (Van Abbemuseum) nach Antwerpen; Hotelbezug (1 Nacht in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

Mi 9.5.
Weiterfahrt über Giverny (Fondation Claude Monet) nach Rouen; Hotelbezug (3 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus).

Do 10.5.
Rouen: Kathedrale, Église und Aître St-Maclou, Musée des Beaux-Arts.

Fr 11.5.
Normannische Küste: Dieppe (Stadtrundgang); Fécamp (Stadtrundgang, Abteikirche La Trinité); bei Étretat Spaziergang an der Kreideküste zur Porte d’Aval.

Sa 12.5.
Weiterfahrt über Jumièges (Ruine der Abtei) und Honfleur (Stadtrundgang, Holzkirche Ste-Catherine, Musée Eugène-Boudin) nach Caen; Hotelbezug (4 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus).

So 13.5.
Bayeux (Centre Guillaume le Conquérant mit Teppich von Bayeux, Kathedrale); Omaha Beach; Fontaine-Henry (Schloss).

Mo 14.5.
Caen: Zitadelle mit Musée des Beaux-Arts, Abteikirchen St-Étienne und La Trinité.

Di 15.5.
Mont-Saint-Michel; Avranches (Museum der Manuskripte vom Mont-Saint-Michel).

Mi 16.5.
Rückfahrt von Caen über Lille (Musée des Beaux-Arts) nach Antwerpen (Openluchtmuseum voor Beeldhouwkunst Middelheim); Hotelbezug (1 Nacht in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

Do 17.5.
Antwerpen (Grote Markt mit Rathaus, Onze-Lieve-Vrouwekathedraal); Rückfahrt nach Hamburg.

Mont-Saint-Michel
Mont-Saint-Michel