Mittelalter, Jugendstil und Moderne in Metz und Nancy
Dauer: 6 Tage, mit Bus
Leitung: Dr. Andreas Cante
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 977,-€; EZ-Zuschlag 130,-€
(inkl. Eintritte)
Jahrhunderte lang lag Lothringen im Spannungsfeld zwischen Frankreich und Deutschland. Metz, Hauptstadt der französischen Region Lorraine, war schon im Merowingerreich Zentralort und Bischofssitz. Mit der Kirche Saint-Pierre-aux-Nonnains verfügt die Stadt über eines der wenigen Baudenkmäler dieser Epoche. Eindrucksvolles Zeugnis der Gotik ist die Kathedrale St-Étienne. Sie enthält einen der größten Schätze abendlandländischer Glasmalerei: von Scheiben des 13. Jhs. über Meisterwerke des Fabian Busch, eines führenden Glasmalers der Dürerzeit, bis zu Fenstern moderner Künstler wie Jacques Villon und Marc Chagall. Schwerpunkt der Studienfahrt ist jedoch die Kunst des Jugendstils, denn Nancy, die zweitgrößte Stadt Lothringens, gehörte zu den Zentren dieser internationalen Bewegung. Prägende Persönlichkeit der „École de Nancy“ war der ebenso phantasievolle wie ökonomisch erfolgreiche Glasgestalter und Entwerfer Émile Gallé. Auch wunderbare Jugendstil-Möbel wurden in Nancy produziert, so von Louis Majorelle. Seine Villa gehört zu den gut erhaltenen Jugendstil-Bauten der Stadt, die wir ebenso erkunden wollen, wie das Musée de l’École de Nancy. Hin- und Rückreise bieten darüber hinaus die Möglichkeit zum Vergleich mit anderen Stätten des Jugendstils: der Mathildenhöhe in Darmstadt, Wingen-sur-Moder im Elsass, wo der große Schmuck- und Glasgestalter René Lalique eine Manufaktur betrieb, sowie dem Hohenhof in Hagen/Westfalen, den Henry van de Velde für Karl Ernst Osthaus entwarf. An sein Ende gelangte der Jugendstil mit dem Ersten Weltkrieg, der Lothringen in ein Schlachtfeld verwandelte. Bis heute steht der Name Verdun für die Schrecken des Krieges. Daran erinnert die zeichenhafte Architektur des Beinhauses von Douaumont. Ein berührendes Zeichen des Friedens setzte 1976 Marc Chagall: Für die Franziskanerkirche von Sarrebourg nahe der Grenze zum Saarland schuf er das größte seiner Glasfenster – mit dem Titel „La Paix“.
HIERZU VORTRÄGE AM 21./28.2. UND 27.3./3.4.2012 (VGL. S. 4).
PROGRAMM(Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Di 23.10. Busfahrt Hamburg – Darmstadt; Mathildenhöhe mit Museum Künstlerkolonie; Hotelbezug (1 Nacht in zentrumsnahem 4-Sterne-Haus).
Mi 24.10. Busfahrt über Wingen-sur-Moder (Musée Lalique) und Sarrebourg (Chapelle des Cordeliers mit Chagall-Fenster) nach Metz; Hotelbezug (4 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus).
Do 25.10. Metz: Musée de la Court d’Or, Kathedrale, Église Saint-Pierre-aux-Nonnains, Centre Pompidou-Metz.
Fr 26.10. Toul: Kathedrale; Verdun: Kathedrale, Ossuaire de Douaumont.
Sa 27.10. Nancy: Place Stanislas, Musée de l’École de Nancy, Villa Majorelle.
So 28.10. Rückfahrt von Metz über Hagen (Hohenhof) nach Hamburg.
kunstforum matthäus