Studienfahrt

Berlin - Stadtplanung und Städtebau

27.07.2013 bis 30.07.2013

Dauer: 4 Tage, mit Bus

Leitung: Dr. Andreas Cante

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 569,-€

EZ-Zuschlag 82,-€

(inkl. Eintritte und ÖPNV-Fahrten)

 

Berlin, ein Parvenü unter Europas Metropolen, hat sich seit dem 17. Jh. mehrfach neu zu erfinden versucht. Seine städtebauliche Entwicklung bietet somit ein Spiegelbild der allgemeinen Geschichte und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Uniformität der barocken Stadterweiterungen erscheint wie ein Abbild des Militärstaats Preußen. Der Hochkapitalismus des 19. Jhs. machte Berlin zur „größten Mietskasernenstadt der Welt“ – eine enorme Bauleistung unter Inkaufnahme bedrückender Wohnverhältnisse für die Arbeiter. Kein Wunder, dass hier frühzeitig und mit Eifer neue Bau- und Wohnformen erprobt wurden. So lassen sich alle Spielarten modernen und konservativen Städtebaus wie in einem Labor vergleichen. Einige Siedlungen der 1910er und 20er Jahre, darunter Bruno Tauts Hufeisensiedlung und die von Hans Scharoun, Walter Gropius u.a. geplante Ring-Siedlung, gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Die „Randwanderungen“ der Industrie sind an den AEG-Bauten von Peter Behrens und der von Hans Hertlein geprägten Siemensstadt abzulesen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs geriet Berlin erneut in den Fokus der Planer. Im Kalten Krieg wuchsen an der Stalinallee in Ostberlin Vorzeigebauten eines „nationalen Baustils“ empor, während Westberlin mit dem Hansaviertel der Interbau ’57 den Anschluss an die internationale Moderne demonstrierte. Seit den 1960er Jahren umgab sich Berlin mit Trabanten wie der Gropiusstadt. Es folgten „behutsame Stadterneuerung“ und postmoderne Ergänzungsbauten (IBA ’84/’87, Nikolaiviertel). Nach der Wende verschrieb sich die Baupolitik der „kritischen Rekonstruktion“, d.h. einer Neubebauung wüster Innenstadtflächen unter Beachtung historischer Fluchtlinien und der „Berliner Traufhöhe“. Dabei wurden ganze Blöcke oder gar Stadtviertel (Potsdamer Platz) an einzelne Investoren vergeben. Andere Großprojekte wie das „Band des Bundes“ und die Neuordnung der Verkehrsströme haben den zentralen Bereich der Gesamtstadt nachhaltig verändert. Einen Gewinn an Lebensqualität erbrachte die Aufwertung des Spreeufers.

 

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

Sa 27.7.
Busfahrt Hamburg – Berlin; Nikolaiviertel, Luisenstadt, südliche Friedrichstadt, Potsdamer Platz; Hotelbezug (zentrales 3-Sterne-Haus).

So 28.7.
Riehmers Hofgarten, Platz der Luftbrücke, Hufeisensiedlung, Gropiusstadt, Gartenstadt Falkenberg, Stralau, „Mediaspree“, Friedrichswerder.

Mo 29.7.
Wohnstadt Carl Legien, Karl-Marx-Allee, Alexanderplatz, Hansaviertel, Spreeufer mit „Band des Bundes“, Hauptbahnhof.

Di 30.7.
AEG-Gelände an der Hussitenstraße, Siemensstadt, Ring-Siedlung, Borsigcenter, Tegeler See; Rückfahrt nach Hamburg.