Chemnitz und Zwickau
Dauer: 4 Tage, mit Bus
Leitung: Dr. Andreas Cante
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 538,-€
EZ-Zuschlag 60,-€
(inkl. Eintritte und ÖPNV-Fahrten)
Die beiden Industriestädte im Südwesten des Freistaates Sachsen galten lange Zeit eher als „graue Mäuse“ denn als Kunstzentren. Klassische Schönheit haben sie tatsächlich kaum zu bieten, dafür eine facettenreiche Geschichte, interessante, wenn auch verstreut liegende Baudenkmäler und reiche museale Sammlungen. Keimzelle von Chemnitz war ein 1136 von Kaiser Lothar gestiftetes, reichsunmittelbares Benediktinerkloster, dessen erhaltene Kirche, ein Neubau aus den Jahren der anbrechenden Reformation, ebenso wie die große Zwickauer Marienkirche („Dom“) zu den Hauptwerken der obersächsischen Spätgotik zählt. Im 15./16. Jh. erlebten die Städte eine Blütezeit als Finanz- und Versorgungszentren des erzgebirgischen Bergbaus. Damals bestellten die Zwickauer in der Werkstatt von Dürers Lehrmeister Michael Wolgemut einen imposanten Flügelaltar für ihre Marienkirche. Auch die bedeutendsten sächsischen Bildhauer der Dürerzeit– Meister HW (Hans Witten?), Peter Breuer und Franz Maidburg – sind in den Kirchen beider Städte und im Chemnitzer Schlossbergmuseum mit einprägsamen Werken vertreten. Im Zuge der Industrialisierung erlebte Chemnitz, das „sächsische Manchester“, ein enormes Bevölkerungswachstum. Anders als das im Zweiten Weltkrieg hart getroffene Stadtzentrum, sind einige der Stadterweiterungen des 19. und frühen 20. Jhs. erhalten geblieben. Als Meilenstein der Architekturgeschichte zwischen Jugendstil und Moderne gilt die 1902/03 nach Plänen Henry van de Veldes errichtete, hervorragend restaurierte Villa Esche. Aber auch andere bekannte Architekten des 20. Jhs. wie Hans Poelzig, Erich Mendelssohn und Otto Bartning haben in Chemnitz gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde „Karl-Marx-Stadt“, so der neue Name, zu einem Musterbeispiel sozialistischen Städtebaus – mit dem berühmten, über 7m hohen Porträtkopf des Namenspatrons im Zentrum. „Lokalmatadore“ der Kunstsammlungen beider Städte sind zwei Maler der „Brücke“: der in Zwickau geborene Max Pechstein und Karl Schmidt aus Rottluff bei Chemnitz.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Do 22.8.
Busfahrt Hamburg – Chemnitz; Schlosskirche und Schlossbergmuseum; Hotelbezug (4-Sterne-Haus auf dem Schlossberg).
Fr 23.8.
Fahrt nach Zwickau: Robert-Schumann-Haus (Führung mit Klaviervorspiel), Marienkirche, Kunstsammlungen.
Sa 24.8.
Chemnitz: Kaßberg-Viertel, Museum Gunzenhauser, Stadtzentrum mit Altem Rathaus, Jakobikirche und Karl-Marx-Kopf, Kunstsammlungen.
So 25.8.
Villa Koerner (außen) und Villa Esche von Henry van de Velde; Rückfahrt nach Hamburg.
kunstforum matthäus