Studienfahrt

Kunstlandschaft Veneto

03.05.2014 bis 11.05.2014

Dauer: 9 Tage, mit Flugzeug/Bus

Leitung: Dr. Andreas Cante

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.888,-€

EZ-Zuschlag 80,-€

(inkl. Eintritte und Schifffahrt)

Die Region zwischen Alpen, Po und Adria gehört zu den Traumländern aller Kunstliebhaber. Die großen und kleinen Städte mit ihren Kirchen und Klöstern, Kommunalbauten und Palästen, Denkmälern und Festungswerken, dazu die Villen vor den Toren, bieten einen unerschöpflichen Reichtum visueller Eindrücke – und dies ganz ohne museale Erstarrung, denn viele Orte sind bis heute Zentren florierenden Lebens.
Dies haben Verona und Padua, Vicenza und Treviso sogar ihrer noch berühmteren jüngeren Schwester Venedig voraus – Venedig, das die Region Anfang des 15. Jhs. seiner kontinentalen Machtsphäre einbezog und dessen kultureller Einfluss überall in der Terraferma schönste Früchte trug. Der Name „Veneto“ stammt indes nicht von „Venezia“ ab, sondern umgekehrt. Er erinnert an den Stamm der Veneter, der sich im 10. Jh. v. Chr. im östlichen Oberitalien niederließ. Kunstvolle Bronzegegenstände u.a. Funde im Museum von Este zeugen davon. Als Bundesgenossen wurden die Veneter frühzeitig Teil der römischen Welt. In Verona prägen Bauten dieser Zivilisation, wie die berühmte Arena, bis heute das Stadtbild mit. Nicht minder eindrucksvoll sind die Monumente aus der Zeit der städtischen Freiheit im 12. und 13. Jh.: der Palazzo del Comune und die großen romanischen Kirchen, darunter der Dom und San Zeno mit ihren grandiosen Fassaden. Besonderer Schmuck sind die reich skulptierten Portale, stolz signiert vom Bildhauer Nikolaus, in San Zeno bis heute mit den romanischen Bronzetüren. Ein geistig-geistliches Zentrum ersten Ranges war Padua. 1222 Sitz einer bald schon berühmten Universität, wurde die Stadt zehn Jahre später auch zu einer der großen Wallfahrtsstätten der Christenheit. Über dem Grab des Franziskanerpredigers Antonius wuchs der „Santo“ empor, ein Kirchenbau, der Ideen der frühen Gotik mit byzantinisch-venezianischen Kuppeln vereint. Den folgenden Zeiten blieb es vorbehalten, die Antoniusbasilika auch zu einem Schatzhaus der Kunst zu machen: Wohl nirgendwo sonst in Oberitalien ist die Bildhauerkunst der Renaissance in gleicher Dichte zu sehen, gipfelnd in Donatellos Bronzebildwerken des Hochaltars. Schier unermesslich ist die Fülle an Fresken, beginnend mit den spätantiken Malereien des Heiligtums Santa Maria in Stelle im Valpantena. Ein Höhepunkt abendländischer Kunst, fast eine Neuerfindung der Malerei, sind Giottos Fresken in der Paduaner Arenakapelle. Allzusehr im Schatten dieses Übervaters stehen die Werke des späteren 14. Jhs., darunter der zauberhafte Ursula-Zyklus des Tommaso da Modena im Museum von Treviso. Eleganz und Realitätssinn vereint Pisanellos Wandbild in Sant’Anastasia in Verona. Trotz Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg immer noch eindrucksvoll sind die Fresken des jungen Mantegna in der Eremitani-Kirche in Padua. Am gleichen Ort, in der Scuola del Santo, lieferte auch Tizian bestechende Proben seines Talents. Veronese schuf mit den Fresken der Villa Barbaro bei Maser ein Hauptwerk illusionistischer Malerei. Und sein Bewunderer Tiepolo setzte den Villen Pisani und Valmarana ai Narni mit seiner Kunst berückende Glanzlichter auf. Ach ja, die Villen! – An den Ufern der Brenta, in der Umgebung Vicenzas reiht sich Perle an Perle, viele davon nach Entwürfen des großen Palladio, darunter die weltberühmte „Rotonda“. Palladio war es auch, der seine Wahlheimat Vicenza durch wohlgesetzte Bauten – die grandiose „Basilica“, die Loggia del Capitano und eine große Zahl von Palazzi – in eine Idealstadt der Renaissance transformierte und mit dem Teatro Olimpico den neuzeitlichen Theaterbau aus der Taufe hob.

So viele Schätze, z.T. weit verstreut in ausgedehnten Altstädten liegend, sind nicht ohne Anstrengung zu heben. Einiges an Fußwegen, auch Anstiegen ist leider nicht zu vermeiden. Dafür gewinnen wir Eindrücke, die uns für immer begleiten werden.

HIERZU AUGENREISEN AM 31.1. UND 7.2. SOWIE SEMINAR AM 5.2. BZW. 6.2./13.2.

 

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

Sa 3.5.
Flug Hamburg – Venedig (über Frankfurt); Busfahrt über Este (Museo Nazionale Atestino, Dom S. Tecla) und (wenn es die Flugzeit zulässt) Arquà Petrarca (Casa Petrarca) nach Abano Terme; Hotelbezug (zentrales 4-Sterne-Haus).

So 4.5.
Verona: Arena; S. Lorenzo; Castelvecchio mit Museo Civico d’Arte; S. Zeno; S. Bernardino mit Cappella Pellegrini (von Sanmicheli).

Mo 5.5.
S. Maria in Stelle bei Quinto di Valpantena; Verona: Piazza delle Erbe, Piazza dei Signori, Sant’Anastasia (Fresko von Pisanello), Dom S. Maria Matricolare; Montagnana: S. Maria (Fresken von Jacopo da Montagnana).

Di 6.5.
Padua: Arenakapelle (Fresken von Giotto); Eremitani-Kirche (Fresken von Mantegna); Palazzo della Ragione; Sant’Antonio (Werke von Donatello) mit Scuola del Santo (Fresken von Tizian); Piazza Prato della Valle.

Mi 7.5.
Vicenza: Piazza dei Signori mit Basilica des Palladio; Palazzo Chiericati (von Palladio) mit Museo Civico; Teatro Olimpico (von Palladio); Villa Rotonda (von Palladio).

Do 8.5.
Bassano del Grappa: Stadtrundgang, Museo Civico (Werke der Malerfamilie Bassano); Possagno: Tempio Canoviano und Museo Canova; Maser: Villa Barbaro (von Palladio; Fresken von Veronese).

Fr 9.5.
Treviso: S. Nicolò mit Kapitelsaal (Fresken von Tommaso da Modena), Dom S. Pietro, Musei Civici S. Caterina; Vittorio Veneto: Stadtanlage, Oratorio di S. Lorenzo (Fresken).

Sa 10.5.
Stra: Villa Pisani (Fresken von Tiepolo); Schifffahrt auf dem Brenta-Kanal mit Besichtigung der Villa Foscari bei Malcontenta (von Palladio); Chioggia: Stadtrundgang; Monselice: Ca’Marcello.

So 11.5.
Busfahrt mit Abstecher nach Vicenza (Villa Valmarana ai Narni mit Fresken von Tiepolo) zum Flughafen Venedig; Rückflug nach Hamburg (über Frankfurt).

Treviso: Stadtbefestigung Porta SS Quaranta
Treviso: Stadtbefestigung Porta SS Quaranta