Graubünden: Höhepunkte der Kunst von Karl dem Großen bis Giacometti
Dauer: 9 Tage, mit Flugzeug/Bus
Leitung: Dr. Ulrike Müller-Heckmann
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 2.170,-€
EZ-Zuschlag 168,-€
(inkl. Eintritte, Fahrt mit der Albula-Bahn und Bergbahnen)
Noch vor zweihundert Jahren schreckten die gefährlichen Alpenpässe die Menschen, Namen wie Maloja- und Splügenpass oder gar die schauerlichen Stiegen der Via Mala luden kaum Wanderer oder Händler, geschweige denn Touristen ein. So entlegen und wild diese Bergwelt Graubündens auch erscheinen mag, ist es doch seit Jahrtausenden ein Pass- und Durchgangsland gewesen, das die verschiedensten Kultureinflüsse der Nachbarländer aufgenommen hat. In römischer Zeit Transitland nach Germanien und in karolingischer Zeit von strategischer Bedeutung für die Eroberung des Langobardenreiches in Norditalien, wird es zum Sammelbecken keltisch-römisch-fränkischer Kultur. In zahlreichen Kirchen- und Klosterbauten und nicht zuletzt in der rätoromanischen Sprache hat sich dieser uralte Kulturaustausch bewahrt. Die „bündner“, sprich rätoromanische Kultur und Kunst ist von eigenem Reiz, geprägt von der einmaligen Berglandschaft, ihrer unbeschreiblichen, manchmal schrecklichen Schönheit, für die der Begriff der „Erhabenheit“ gefunden wurde. Gerade das hat bis in die Moderne besondere Künstler angezogen: Hierhin zieht sich der kriegstraumatisierte Ernst Ludwig Kirchner zurück und malt seine besten Werke, hier entwickelt Friedrich Nietzsche auf Bergwanderungen seine Philosophie, hier sucht Giovanni Segantini, mit seiner Staffelei immer höher kletternd, nach dem klarsten Licht für seine impressionistische Malerei – und hier spielt Thomas Manns „Zauberberg“! Und vielleicht lassen sich auch die Skulpturen von Alberto Giacometti aus dieser existenziellen Landschaft seiner Heimat, dem Bergell (in das er jeden Sommer aus Paris zurückkehrte), verstehen und erklären.
Unsere Reise durch Graubünden führt uns zunächst vom alten Bischofssitz Chur in die Täler des jungen Rhein (Via Mala!) und des jungen Inn (Engadin) und über den Ofenpass ins Münstertal (Val Müstair), das sich nach Osten hin in den Südtiroler Vinschgau öffnet. Durch das Tal der Albula fahren wir ein Stück mit der berühmten Albula-Bahn (Teil des Glacier-Express) und nach Süden geht es über den Malojapass bis ins Bergell. Kunsthistorische Höhepunkte werden sicher die romanische Holzdecke von Zillis mit ihren 153 bemalten Einzelfeldern, die farbenprächtigen Malereien des Waltenburger Meisters in Rhäzüns und die vollständig ausgemalte karolingische Klosterkirche von Müstair sein. Aber übertroffen wird das alles durch die grandiose Berglandschaft Graubündens.
HIERZU SEMINAR AB 19.3.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Sa 14.6.
Flug Hamburg – Zürich (über Düsseldorf), Bustransfer zum Hotel in Chur (3 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus), kleiner Altstadtrundgang.
So 15.6.
Chur: Besichtigung Kathedrale, Kirche St. Luzi, Kunstmuseum (Werke u.a. von Angelika Kaufmann, Ferdinand Hodler, Augusto Giacometti, Giovanni Giacometti, E.L. Kirchner).
Mo 16.6.
Rhäzüns (St. Georgskirche), Via Mala-Schlucht, Zillis (Martinskirche mit berühmter romanischer Bilderdecke).
Di 17.6.
Mistail (Kirche St. Peter), Fahrt mit der Albula-Bahn, Zuoz (Besichtigung historischer Ortskern), Zernez (5 Nächte in zentralem 3-Sterne-Haus).
Mi 18.6.
Müstair (Kloster St. Johann und Klostermuseum), Ausflug ins Vinschgau: St. Johann in Taufers (Besichtigung Hospiz St. Johann), Glurns, Mals (Besichtigung Kirche St. Benedikt).
Do. 19.6.
St. Moritz, Besichtigung Segantini-Museum, Nietzsche-Haus in Sils-Maria, Fahrt mit der Bergbahn auf den Muottas Muragl (2.453 m mit herrlicher Sicht auf die Engadiner Seenplatte), Pontresina (reformierte Kirche Sta. Maria).
Fr 20.6.
Davos mit Kirchnermuseum, Fahrt auf die Schatzalp (Thomas Manns „Zauberberg“) mit Alpingarten.
Sa 21.6.
Bergell (Val Bregaglia) nach Maloja, Stampa (Centro Giacometti), Soglio.
So 22.6.
Rückfahrt (je nach Flugzeit mit Zwischenbesichtigung) nach Zürich, Rückflug nach Hamburg.
kunstforum matthäus