Schlösser und Gärten im Tal der Loire
Dauer: 10 Tage, mit Bus
Leitung: Dr. Andreas Cante
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.875,-€
EZ-Zuschlag 397,-€
(inkl. Eintritte)
Auf halbem Weg zwischen Paris und dem Massif Central schlängelt sich die Loire, der längste, aber dennoch kaum schiffbare Fluss Frankreichs durch die fruchtbaren Landschaften des Orléanais, Blésois und der Touraine. Unter den späten Karolingern stieg diese Region zu einer Kernlandschaft des westfränkischen Reiches auf: In Tours stand die Grabkirche des Bischofs Martin, eines der meist verehrten Heiligen der Karolingerzeit. Orléans wurde zum bevorzugten Sitz der Könige. An diese Blütezeit im frühen Mittelalter erinnert bis heute der 30 km flussaufwärts gelegene, byzantinisch beeinflusste Zentralbau von Germigny-des-Prés, eine der ältesten erhaltenen Kirchen in Frankreich. Nicht weniger eindrucksvoll ist die romanische Abtei Fleury in Saint-Benoît-sur-Loire, die ihren Ruhm den Reliquien des hl. Benedikt, aber auch ihrer mannigfaltigen Kapitellplastik verdankt. Auch aus der gotischen Stilepoche hat das Loire-Gebiet mit den Kathedralen in Tours und Orléans und der Abteikirche von Vendôme herausragende Bauwerke aufzuweisen. Große Bedeutung erlangte die Region als Rückzugsgebiet der französischen Könige während des Hundertjährigen Kriegs gegen England. Hier errang Jeanne d’Arc mit der Befreiung des belagerten Orléans 1429 ihren ersten großen Erfolg. Von da an bis ins späte 16. Jh. blieb das Tal der Loire bevorzugte Residenzlandschaft der Könige aus dem Hause Valois. Der Hof nahm freilich kein festes Quartier, sondern zog von Ort zu Ort. Zu einem tiefgreifenden kulturellen Wandel kam es um 1500, als die Könige und ihr Gefolge auf ihren Kriegszügen mit der verfeinerten Lebensart und Renaissancekunst italienischer Fürstenhöfe in Berührung kamen. Beraten durch von dort ins Land gerufene Künstler, darunter Leonardo da Vinci, entstand beiderseits der Loire jene überwältigende Reihe von Renaissancebauten, denen die Region bis heute ihren Ruhm verdankt, allen voran die Schlösser von Amboise, Blois und Chambord, das wohl imposanteste Jagdschloss der Welt. Besonderen Charme entfaltet Schloss Chenonceaux mit seiner wie eine Brücke über den Cher geschlagenen Galerie – ein Bau der Diana von Poitiers, Mätresse König Heinrichs II., weitergeführt von dessen Witwe Katharina Medici. Und auch die Bauten des Hofadels können sich sehen lassen, so etwa die Schlösser in Chaumont, Azay-le-Rideau und Villandry, letzteres inmitten eines phantasievoll rekonstruierten Renaissancegartens. Wir reisen übrigens im Frühjahr, um die Gärten der Loire-Schlösser in ihrem schönsten Kleid zu genießen!
Die Reisezeit im April macht es überdies möglich, auf der Fahrt eine spannende Ausstellung im belgischen Mons, der Kulturhauptstadt Europas 2015 zu besuchen. Sie zeigt, wie sich Vincent van Gogh bei seinem Aufenthalt im Kohlerevier Borinage und in Mons vom Laienprediger zum Künstler wandelte.
HIERZU AUGENREISEN AM 23.1. UND 30.1.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Mo 20.4.
Busfahrt Hamburg – Mons; Stadtspaziergang mit Besichtigung der Stiftskirche Sainte-Waudru; Hotelbezug (1 Nacht in zentralem 2-Sterne-Haus).
Di 21.4.
Mons: Sonderausstellung „Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers“ im BAM. Fahrt über Orléans (kleiner Stadtrundgang mit Blick in die Kathedrale) nach Blois; Hotelbezug (7 Nächte in zentralem 4-Sterne-Haus).
Mi 22.4.
Germigny-des-Prés: karolingische Kirche. Saint-Benoît-sur-Loire: romanische Abteikirche. Sully-sur-Loire: spätmittelalterliches Wasserschloss (Außenbesichtigung). Cléry-Saint-André: spätgotische Stifts- und Wallfahrtskirche.
Do 23.4.
Blois: Saint-Nicolas; Schloss; Oberstadt mit Kathedrale.
Fr 24.4.
Loches: Stadtspaziergang. Tours: Kathedrale; Erzbischöfliches Palais mit Musée des Beaux-Arts; Place Plumereau; Saint-Martin.
Sa 25.4.
Amboise: Schloss; Saint-Denis; Max-Ernst-Brunnen. Chaumont: Schloss (Außenbesichtigung). Chenonceaux: Schloss mit Garten.
So 26.4.
Saché: Musée Balzac. Azay-le-Rideau: Schloss. Villandry: Schlossgarten.
Mo 27.4.
Chambord: Schloss. Cheverny: Schloss mit Garten.
Di 28.4.
Fahrt über Vendôme (Stadtspaziergang mit Besichtigung der Abteikirche Sainte-Trinité) nach Mons; Hotelbezug (1 Nacht in zentralem 2-Sterne-Haus).
Mi 29.4.
Rückfahrt von Mons über Soignies (Stiftskirche Saint-Vicent) nach Hamburg.
kunstforum matthäus