Künstlerglück im Klosterland um den Chiemsee
Dauer: 8 Tage, mit Bahn/Bus
Leitung: Dr. Michael Rüdiger
Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.453,- €
EZ-Zuschlag 49,- €
(inkl. Eintritte und Schifffahrten auf die Chiemsee-Inseln)
Wer hat sie beim Besuch der Hamburger Kunsthalle nicht schon einmal betrachtet, jene drei still betenden Frauen aus Berbling, die Wilhelm Leibl in seinem wohl bekanntesten Gemälde berühmt gemacht hat. Das Bild entstand in einem mühevollen Schaffensprozess in der Dorfkirche, und es ist für den Kunstreisenden gewiss ein besonderes Erlebnis, sich auf jenen Kirchenbänken niederzulassen, an denen der Künstler vier bedeutende Jahre seines Lebens verbrachte. Wie Leibl, der von München in die Moorlandschaft am Fuße des Wendelsteins floh, zog sich der Münchner Sezessionist Julius Exter nach Feldwies am Chiemsee zurück, wo sich Atelier und Studierzimmer original erhalten haben; seine besten Stücke sind im Alten Schloss auf der Herreninsel ausgestellt. Andere Maler, die Ende des 19. Jhs. den Chiemgau als Refugium entdeckten, begründeten hier mehrere Künstlerkolonien wie die Insel-Vereinigung auf Frauenchiemsee oder „Die Bären und Löwen" in Prien. Künstler waren es also, die als erste den Reiz und die Schönheit dieser Gegend erkannten. Heute kann sich wohl niemand dem Zauber entziehen, den die Seenlandschaft vor grandioser Alpenkulisse ausstrahlt. Wer diese Bilderbuchgegend bereist, bewegt sich auf kulturreichem Boden. Uralte Klöster haben hier ihre Heimstatt, wie etwa Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel, dessen baulicher Bestand bis in die Zeit der Karolinger und Ottonen zurückreicht. Ebenfalls auf einer Insel gelegen ist die ehemalige Benediktinerabtei Seeon, die heute ein modernes Tagungszentrum beherbergt und uns Quartier für unsere Exkursionen gibt. Während sich die Gotteshäuser der beiden Inselklöster ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt haben, sind die Klosterkirchen von Altenhohenau und Rott am Inn später ganz neu errichtet worden. Letztere gehört zu den großen Schöpfungen des deutschen Rokoko. Ein Gesamtkunstwerk ganz anderer Art darf die Altstadt von Wasserburg genannt werden, die einzigartig in eine Schleife des Inns gebettet ist und deren stolze Bürgerhäuser südliches Flair verströmen. Herzstück ist die mächtige Stadtpfarrkirche St. Jakob, die vom größten Baumeister der süddeutschen Spätgotik, Hans von Burghausen, geplant und begonnen wurde. In Wasserburg wirkte auch der Bildhauer Wolfgang Leb, den man neuerdings mit dem Meister von Rabenden, dem Schöpfer des erlesenen spätgotischen Schnitzaltars in der Jakobskirche zu Rabenden, identifiziert. Auf dem Chiemgauer Jakobsweg liegt auch das Jakobuskirchlein zu Urschalling, das mit seinen spätromanischen Fresken begeistert.
HIERZU AUGENREISE AM 27.3. UND VORTRAG AM 20.10./27.10./3.11.
PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Fr 21.8.
Bahnfahrt Hamburg – München; Bustransfer über Bad Aibling (Heimatmuseum mit Leibl-Stube) zum Kloster Seeon und Bezug der Unterkunft im Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern.
Sa 22.8.
Ausflug über Höslwang (St. Nikolaus) nach Wasserburg (Altstadt) und weiter über Altenhohenau (Klosterkirche) nach Rott am Inn (ehem. Klosterkirche).
So 23.8.
Seeon (Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, Besichtigung der Kirche und der Ausstellung zum Seeoner Skriptorium); Ausflug nach Prien (Galerie der Chiemseemaler im Heimatmuseum).
Mo 24.8.
Ausflug auf die Herreninsel (Museum im Augustiner-Chorherrenstift mit „Galerie Maler am Chiemsee“ und „Galerie Julius Exter“ sowie Schloss Herrenchiemsee mit Museum König Ludwig II.).
Di 25.8.
Ausflug über Obing (St. Laurentius) und Rabenden (St. Jakobus) nach Sankt Wolfgang (St. Wolfgang) und Baumburg (ehem. Klosterkirche).
Mi 26.8.
Ausflug auf die Fraueninsel (Kloster Frauenwörth) und zum Künstlerhaus Exter in Feldwies.
Do. 27.8.
Ausflug über Prien (Mariä-Himmelfahrt-Kirche) nach Urschalling (St. Jakob).
Fr 28.8.
Bustransfer über Berbling (Hl. Kreuz) nach München; Rückfahrt mit der Bahn nach Hamburg.
kunstforum matthäus